Fragen zur Prozessfinanzierung

Antworten finden Sie hier.

Welche Fälle übernehmen Sie?

Wir übernehmen nach einer eingehenden Prüfung die Finanzierung von Fällen, bei denen der Streitwert mindestens 100.000 Euro beträgt, gute Aussichten auf eine erfolgreiche Durchsetzung der Ansprüche bestehen und eine hinreichende Bonität des Schuldners gegeben ist. Geeignet sind Fälle aus allen Rechtsgebieten, so lange sie auf eine wirtschaftlich teilbare Leistung gerichtet sind.

Was benötigen Sie für die Vorprüfung eines Falls?

Wir benötigen aussagekräftige Unterlagen, die uns durch Sie zur Verfügung gestellt werden. Aus diesen müssen sich der Sachverhalt, Einwendungen der Gegenseite, Beweismittel sowie eine rechtliche Bewertung ergeben. Eine Klageschrift ist für die Aufnahme unserer Prüfung noch nicht notwendig, erleichtert unsere Prüfung jedoch erheblich. Vor Unterzeichnung des Prozessfinanzierungsvertrages ist die Vorlage einer Klageschrift jedoch grundsätzlich erforderlich.

Muss sich der Mandant bereits für Ihre Prüfung vertraglich binden?

Auf eine vorzeitige vertragliche Bindung verzichten wir. Sollten Sie auch bei anderen Prozessfinanzierern eine Anfrage gestellt haben, möchten wir Sie aber bitten, uns hierüber aus Fairnessgründen zu informieren. Teilweise bitten wir um eine kurze Bindung (i.d.R. maximal 3 Wochen) für unsere finale Prüfung, insbesondere, wenn wir auf unsere Kosten noch externe Gutachten einholen.

Wie lange dauert Ihre Annahmeprüfung?

Die Dauer unserer Prüfung hängt maßgeblich von der Komplexität des Falls ab. Je schneller wir angeforderte Unterlagen erhalten und gestellte Fragen beantwortet werden, desto früher und schneller können wir den Fall prüfen. Eine erste Reaktion, ob der Fall grundsätzlich für uns geeignet ist, erhalten Sie von uns bereits nach ca. zwei Tagen.

Kann mein Mandant die Anfrage selbst stellen?

Die Finanzierungsanfrage sollte am besten durch den Rechtsanwalt gestellt werden. Ferner ermöglicht uns Ihre Aufbereitung, die Anfrage schneller zu prüfen. Unsere Anwälte führen gerne das fachliche Gespräch mit Ihnen.

Was kostet die Finanzierungsanfrage?

Wir prüfen die Anfrage für Sie immer kostenfrei.

Ab wann tragen Sie die Prozesskosten?

Die Kosten der Rechtsverfolgung tragen wir nach Abschluss eines Prozessfinanzierungsvertrags. Ihre Kosten für die Prüfung und Aufbereitung muss der Mandant jedoch zunächst selber vorschießen, wofür wir um Verständnis bitten.

Wer führt den Prozess?

Auch nach Abschluss eines Prozessfinanzierungsvertrags verbleibt die Prozessführung ausschließlich bei Ihnen als Rechtsanwalt des Klägers. Sie informieren uns während des gesamten Prozesses über dessen Entwicklung und stimmen wichtige Entscheidungen mit uns ab.

Müssen die Ansprüche an Sie übertragen werden?

Für die Dauer des Vertrags werden die streitigen Ansprüche nur zur Sicherheit an uns abgetreten. Ihr Mandant macht im Rahmen einer Prozessstandschaft die Ansprüche jedoch weiterhin im eigenen Namen als Kläger geltend. Dies muss weder dem Gericht noch dem Gegner mitgeteilt werden.

Wann muss eine Abstimmung mit Ihnen im Prozess erfolgen?

Wenn Kosten auslösende Prozesshandlungen oder Verfügungen über die streitige Forderung erfolgen sollen, müssen diese vorab mit uns abgestimmt werden.

Kann der Mandant zum Vergleich gezwungen werden?

Nein. Sollte eine Einigung über einen vom Schuldner angebotenen Vergleich nicht zustande kommen, so besteht lediglich ein Kündigungsrecht des Prozessfinanzierungsvertrags für denjenigen, der dem Vergleich zustimmen möchte. Der Verbleibende kann dann den Prozess alleine weiterführen. Er hat den Kündigenden allerdings so zu stellen, als sei der Vergleich abgeschlossen worden. Einen etwaigen Gewinn kann er dann jedoch alleine behalten. Dieser Fall tritt erfahrungsgemäß aber nur ganz selten ein. Grundsätzlich geht das Interesse des Mandanten vor.

Wann können Sie den Vertrag kündigen?

Wir können den Vertrag nur dann kündigen, wenn während des Prozesses wesentliche Änderungen eintreten, die sich auf die Erfolgsaussichten nachteilig auswirken können. Die bereits entstandenen Kosten tragen wir dann aber natürlich.

Kann die Prozessfinanzierung gegenüber dem Gegner offen gelegt werden?

Grundsätzlich wird die Prozessfinanzierung geheim gehalten. Aus prozesstaktischen Gründen kann sie in Absprache mit uns jedoch offenbart werden. Dies stimmen wir mit Ihnen ab.

Schließen Sie bestimmte Rechtsgebiete von einer Finanzierung aus?

Nein, grundsätzlich kommen Ansprüche aus allen Rechtsgebieten in Betracht.

Ist es auch noch nach Klageeinreichung möglich, den Fall zu finanzieren?

Ja. Wir bieten auch an, die Kosten eines bereits laufenden Prozesses zu übernehmen. Prozessfinanzierung kann praktisch jederzeit angefragt werden. Jedoch ist es ratsam, dies bereits frühzeitig zu tun, um das beste Vorgehen abzustimmen.

Können auch Prozesse mit Auslandsbezug finanziert werden?

Wir finanzieren jederzeit deutsche Prozesses mit ausländischen Klägern. Gleichfalls finanzieren wir auch die Durchsetzung von Ansprüchen in Österreich, der Schweiz und in England.

Ist die Beteiligungsquote verhandelbar?

Im Regelfall beträgt unsere Beteiligungsquote 20 bis 30 Prozent. Gegen eine Selbstbeteiligung des Anspruchsinhabers oder Ausschluss des Kostenrisikos der Gegenseite bei Prozessverlust kann beispielsweise die Quote gesenkt werden. Ein erhöhtes Risiko einer Klage kann im Einzelfall jedoch auch dazu führen, dass wir die Beteiligungsquote anheben. Für sehr hohe Streitwerte wird regelmäßig eine individuelle Beteiligungsquote vereinbart.

Schreiben Sie bestimmte Rechstanwälte vor?

Nein.